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Ansprache des Herrn Bürgermeisters Andreas Wutzlhofer anlässlich des Eintrags der Tennis-Damenmannschaft und des Herrn Georg Breu ins Goldene Buch der Stadt Vohenstrauß -
Verehrter Herr Bürgermeisterkollege aus Waldthurn, verehrte Kollegen der Stadtratsfraktionen, verehrte Dame und Herren der Vorstandschaft des Turnvereins, verehrte Herren Abteilungsleiter, meine lieben Damen der Tennismannschaft, verehrter Herr Breu!
Vor fast genau zwei Jahren hatte ich die Ehre, die süddeutsche Meisterin der weiblichen Jugend B im Hochsprung, Melanie Singer, hier im kleinen Rathaussaal empfangen zu dürfen. Wie die Einträge im Goldenen Buch der Stadt Vohenstrauß beweisen, konnten über Jahrzehnte hinweg in regelmäßigen Zeitabständen erfolgreiche Mannschaften und Einzelsportler des TV Vohenstrauß für ihre herausragenden Leistungen durch die Stadt Vohenstrauß geehrt werden. Ich erinnere dabei an Gudrun Höllerer, Karl Hammerl, Sylvia Nagel, Uwe Pflaum, Birgit Schertel oder an die 1. Herrenmannschaft der Volleyballer. Einen Eintrag über die Tennisabteilung oder über einen Rollski-Fahrer suchte man bislang aber vergeblich. Dies wird sich aber mit dem heutigen Tage ändern.
Einige von Ihnen, meine lieben Tennis-Damen, können ihren Erfolg noch gar nicht fassen. Als sich unser Geschäftsleiter Alfons Sier bei den Vorbereitungen für den Empfang telefonisch mit der Mannschaftsführerin Christine Rupprecht in Verbindung setzte, sich nach den Anschriften für die Einladungen erkundigte und den Text für den Eintrag ins Goldene Buch besprechen wollte, sagte sie: „Schreib, dass die Damen mit dem Aufstieg in die Landesliga den bisher größten Erfolg der Tennisabteilung geschafft haben!“ Alfons Sier verduzt und verwundert: „Ich dachte, Ihr seid Landesligameister geworden und steigt darum in die Bayernliga auf?“ Kurze Stille am anderen Ende der Leitung, dann der Aufruf: „Stimmt! Ich kann mich immer noch nicht an den Gedanken gewöhnen, dass wir in der nächsten Saison in der Bayernliga aufschlagen werden.“
So bescheiden sind unsere Tennis-Damen. Schon diese Bescheidenheit und Einstellung hätten einen Eintrag in das Goldene Buch verdient, nicht nur der sportliche Erfolg alleine. So wollen wir mit der heutigen Ehrung auch deutlich machen, dass es nicht nur den erfolgreichen Spitzensportler gibt, sondern auch Vereinssportler, deren Leistungen in gleicher Weise Anerkennung verdienen.
Das Interesse der Öffentlichkeit, meine lieben Gäste, richtet sich meist auf die Sportler, deren Leistungen sich in den Medien niederschlagen. Sportereignisse werden von den Medien nicht selten zu exklusiven Veranstaltungen hochstilisiert, bei denen der Unterhaltungswert im Vordergrund steht. Dies ist in der Fußball-Champions-League nicht anders als in der Formel 1, auf dem „heiligen Rasen“ in Wimbledon oder bei den erst kürzlich stattgefundenen Leichtathletik-Weltmeisterschaften.
Damit kann und will der Breitensport nicht mithalten. Er setzt sich andere Ziele, die für die Gemeinschaft genauso wichtig sind, wie die sportlichen Großereignisse, wenn nicht sogar noch wichtiger. Sportliche Angebote, wie sie von unserem Turnverein gemacht werden, geben jedermann die Möglichkeit zu sinnvoller Freizeitbeschäftigung. Damit wird auch ein Beitrag zur Gesunderhaltung von Körper und Geist geleitet, denn die aktive Betätigung in einem Sportverein bedeutet nicht nur körperlichen Einsatz, sondern auch das Erlebnis von Gemeinschaft und persönlicher Begegnung.
Selbstverständlich soll der Vereinssport auch vom Gedanken des Wettbewerbs geprägt sein. Dieser entspricht einem natürlichen Bedürfnis der Menschen, die eigene Leistungsfähigkeit im Verhältnis zum anderen zu messen. Man möchte die eigenen Grenzen erkennen und die erreichten Ziele nach Möglichkeit noch erweitern.
Sie alle, meine lieben Tennis-Damen, und Sie, verehrter Herr Breu, waren in ihrer jeweiligen Sportart erfolgreich. Diese Leistungen sollen mit dem heutigen Empfang gewürdigt werden. Ich darf Sie persönlich und im Namen des Stadtrats zu ihren Erfolgen herzlich beglückwünschen. Sie haben nicht nur sich selbst und den Turnverein, sondern auch unsere Stadt würdig vertreten.
Ich setze Ihre Einverständnis voraus, verehrter Herr Breu, dass ich mich getreu dem Slogan „Lady’s first“ zuerst den Damen widme und anschließend dann auf Ihren sportlichen Werdegang eingehe.
Auch wenn mit dem Aufstieg der Damenmannschaft der bisher größte Erfolg der Tennisabteilung verbunden ist, so soll nicht die Entwicklung der Abteilung, sondern die der Mannschaft im Mittelpunkt meiner Ausführungen stehen.
Bereits ein Jahr nach der offiziellen Einweihung der neuen Sandplätze im Sportzentrum am 27. Juli 1985 wurde eine Damenmannschaft in der Medenrunde gemeldet. Angela Rucker und Renate Zimmermann waren damals bereits dabei, d.h., die beiden nehmen mittlerweile seit 23 Jahren am Spielbetrieb teil. 1987, ein Jahr später kämpft das Team zusammen mit Spielerinnen aus Pleystein und Waldthurn in der Kreisklasse I um Spiel, Satz und Sieg.
In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass in der derzeit aktuellen Mannschaft, die heute geehrt wird, fünf Spielerinnen aus Waldthurn aktiv gemeldet sind. Dies ist auch der Grund, weshalb ich meinen Bürgermeisterkollegen aus Waldthurn, Josef Beimler, mit zum Empfang eingeladen habe.
In den Jahren 1991 bis 1995 etablierte sich das Team in der Kreisklasse I. Durch ständige Neuzugänge und Verstärkungen, ich denke hier an Regina Wolf, damals noch mit Mädchennamen Wecker, Irmgard Kick, Petra Reil und Marga Eiber, konnte drei Mal der 2. Platz belegt werden. Von 1996 bis 1999 ging es dann in der Bezirksklasse II weiter. Mit Maria Golla kam eine weitere neue Spielerin hinzu.
Im Jahre 2000 erfolgte der Wechsel zu den Damen 30. Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich mich zu den Gründen hierfür und vor allem zu der Zahl 30 nicht weiter äußere. Ich nehme an, dass nicht nur die Frauen in dieser Runde wissen, was ich meine. Fakt ist, dass die Damen 30 bereits im ersten Jahr der Zugehörigkeit zur Bezirksklasse I den 2. Platz belegten und im darauf folgenden Jahr den Meistertitel errangen mit dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga. Damit war der Erfolgshunger unserer Damen aber noch nicht gestillt. Nach einem 4. und 2. Platz in den Jahren 2002 und 2003, konnte 2004 erneut eine Meisterschaft gefeiert werden. Der Aufstieg in die Landesliga war perfekt. Mit den Neuzugängen Manuela Dewald und Irmgard Götz gelang es, sich drei Jahre in der Landsliga zu halten, bis es 2007 leider hieß, sich wieder in die Bezirksliga zu verabschieden.
Wer nun dachte, die Damen würden resignieren, wurde eines Besseren belehrt, folgte im Jahre 2008 doch die erneute Meisterschaft in der Bezirksliga und der sofortige Wiederaufstieg in die Landesliga. Auf Wunsch der gesamten Mannschaft wechselte man in die Landesliga Damen 40. Wieder so eine ominöse Zahl, zu der ich mich ebenfalls nicht äußern möchte. Die Entscheidung für den Wechsel sollte sich aber als richtig erweisen, sollte doch damit der umgehende Meistertitel mit dem Aufstieg in die Bayernliga verbunden sein.
Es mögen viele Faktoren für diesen Erfolg mitgespielt haben. Einer davon ist sicherlich die Tatsache, dass das Team seit mittlerweile 5 Jahren in der jetzigen Zusammensetzung mit Christine Rupprecht als Mannschaftsführerin zusammenspielt. Übrigens, so habe ich mir sagen lassen und man kann es kaum glauben, übt Christine Rupprecht seit 15 Jahren mit enormen Engagement ihr Amt als Mannschaftsführerin aus. Nur mit ihrem Ehemann Peter ist sie länger verheiratet als mit „ihrer“ Mannschaft.
Meine lieben Damen, ich gratuliere Ihnen nochmals sehr herzlich zum Aufstieg in die Bayernliga. Ich möchte nicht so vermessen sein, Ihnen gleich eine weitere Meisterschaft zu wünschen. Vielmehr wünsche ich Ihnen, dass sie sich schnell an die sicherlich etwas „rauere“ Luft in der Bayernliga gewöhnen und sich in dieser höheren Klasse etablieren. Um den Herausforderungen der Bayernliga besser gewachsen zu sein, werden sie ja im Winter einmal wöchentlich ein Hallentraining mit einem Tennistrainer des TC Postkeller Weiden durchführen.
Bevor ich nun die Damen bitte, sich in das Goldene Buch einzutragen, sei mir noch eine Bemerkung gestattet. Einige von den heutigen Ehrengästen, die sich in diesem Buch verewigen, sind bereits an anderer Stelle zu finden. Sei es Franz Wolf, vor vielen Jahren als aktiver Volleyballer und nun als Abteilungsleiter-Tennis, sei es Klaus Nigg, ebenfalls vor vielen Jahren als Abteilungsleiter-Volleyball und nun als 1. TV-Vorsitzender, sei es Rudi Gesierich, ehemals technischer Leiter und nun 2. TV-Vorsitzender oder Marlis Bauer als langjährige 3. TV-Vorsitzende. Sie alle beweisen Beständigkeit in ihrem Ehrenamt und vor allem Treue zum TV. Jeder von Ihnen führt in verantwortlicher Position das Vermächtnis des unvergessenen Fritz Koller, des „Mister TV“ fort. Sollte Fritz Koller, der für „seinen“ Turnverein lebte, in dieser Minute zu uns herabblicken, so wird er sicherlich anerkennend mit dem Kopf nicken und Euch bitten, in seinem Sinne weiter zu führen.
Nun Eintrag in das Goldene Buch -
Nun zu Ihnen, sehr geehrter Herr Breu!
Wenn ich mir Ihren sportlichen Werdegang betrachte, dann kann ich feststellen, dass für Sie ein Leben ohne Sport und den damit verbundenen Wettbewerb undenkbar ist. Schon als Schüler, Jugendlicher und Junior nahmen Sie an den verschiedensten Wettkämpfen im Bereich Laufen, Schwimmen, Radfahren, Ski-Langlauf und Ski-Alpin teil. Als aktiver Fußballer spielten Sie beim SV Munster in der Bezirksoberliga. Dass Sie in Anbetracht dieser vielfältigen, sportlichen Aktivitäten nach der Schulzeit die Zeit fanden, ihre Lehre als Kfz-Mechaniker zu absolvieren, ist erstaunenswert. Sie waren aber in der Lage, alles unter einen Hut zu bringen und ihre Lehre mit dem Gesellenbrief abzuschließen.
Im Jahre 1983 traten Sie als Soldat in den „Staatsdienst“. Schon bald schienen Sie erkannt zu haben, dass sich der Beruf als Soldat vortrefflich mit dem Sport verbinden lässt, weshalb Sie sich entschieden, als Berufssoldat zu verpflichten. Dass Ihnen mit Ihrer Lebensgefährtin eine bestens ausgebildete Sanitätsfrau, die ebenfalls in den Diensten der Bundeswehr steht, zum Konditionsaufbau, beim Training und zum Auskurieren so mancher Verletzungen zur Seite steht, ist natürlich ein grosser Vorteil.
Nach etwas mehr als 2jährigem Dienst wurden Sie im Oktober 1985 in der Bundeswehrmannschaft im „Boeselager-Team“ eingesetzt, zuerst als aktiver Wettkämpfer und später dann als Ausbilder und Trainer bei zahlreichen Vielseitigkeitswettkämpfen, und dies Nato weit. Die sportlichen Aktivitäten während des Dienstes scheinen aber in Anbetracht ihrer außerdienstlichen Leistungen nicht ausreichend und auslastend genug zu sein. So traten Sie bis 1996 als Triathlet in der 2. Bundesliga an, waren Langläufer und Biathlet. Bis heute sind Sie aktives Mitglied der Deutschen Senioren-Nationalmannschaft im Ski-Langlauf.
Daneben kamen Sie bis jetzt auch als Trainer in den Bereichen Leichtathletik, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Biathlon, Ski-Langlauf und Fußball zum Einsatz. Ihre Erfolge als Trainer sind dabei mehr als beachtlich. Einige Beispiele: Divisions-Ski-Meister im Biathlon, Deutscher Meister im Triathlon in der Langdistanz, sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft, Vize-Europameister, Deutschlandpokal im Biathlon, Platzierungen unter den besten 15 und Teilnahme an Bayerischen und Deutschen Meisterschaften.
In Anbetracht dieser vielseitigen sportlichen Einsatzbereiche ist es nicht verwunderlich, dass es den Verantwortlichen und Funktionären des Turnvereins nicht gelingt, Sie einer bestimmten Abteilung zuzuordnen. Einerseits wären Sie eigentlich der Leichtathletikabteilung, andererseits der Skiabteilung, dann aber doch wieder als langjähriger Abteilungsleiter der Schwimmabteilung zugehörig. Doch dies nur am Rande.
Viel interessanter ist die Aufzählung Ihrer Erfolge als Athlet, wobei auch nur die herausragendsten genannt werden können:
Platzierungen bei Bayerischen und Deutschen Meisterschaften unter den besten 10 4., 5. und 6. Plätze bei Europacup-Rennen Mehrere „Stockerl“-Platzierungen bei Bundeswehrmeisterschaften im Ski-Langlauf Mehrere Teilnahmen an Euregio-Cup und World-Loppet-Rennen Dreifacher Teilnehmer bei Senioren-Weltmeisterschaften, dabei im vergangenen Winter beim Masters World Cup 2009 im Cross Country Skiing in Autrans bei Grenoble ein 14. Platz über 45 km, ein 24. Platz über 30 km, ein 25. Platz über 10 km und ein 6. Platz mit der DSV-Staffel
Absoluter Höhepunkt jedoch war der Titel des Deutschen Vize-Meisters im Bergzeitfahren mit den Rollskiern, der Anlass für die heutige Ehrung – auch wenn Sie, verehrter Herr Breu, wenn Sie persönlich die Teilnahme am Masters World Cup im Cross Country Skiing höher bewerten als den Gewinn der Deutschen Vize-Meisterschaft.
Ich gratuliere Ihnen persönlich und im Namen der Stadt Vohenstrauß zu all Ihren bisher erzielten Erfolgen und wünsche Ihnen für das am kommenden Samstag in Sayda stattfindende Langdistanzrennen mit den Rollskiern über 100 km eine unfall- und verletzungsfreie Teilnahme mit einer wiederum guten Platzierung. Weiter wünsche ich Ihnen jetzt schon eine optimale Wintervorbereitung zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft im schwedischen Falun und bitte Sie nun, sich in das Goldene Buch einzutragen.
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Meine lieben Tennis-Damen, verehrter Herr Breu,
ich habe mir lange überlegt, mit welchem kleinen Geschenk ich Sie überrasche. Einen Bierkrug für den Herrn, das wäre ja noch einfach. Was aber mache ich mit den Damen, so meine Frage. Irgendein Staubfänger für den Wohnzimmerschrank oder die Vitrine? Nein, sagte ich mir, so etwas überreichte man früher! Da fiel mir ein alter Spruch ein, der auf jeden Menschen zutrifft, auch für aktive und erfolgreiche Sportler, der da lautet:
Essen und Trinken hält Leib’ und Seele zusammen!
Das war die Erleuchtung. Nun stellte sich noch die Frage: Wohin lade ich die Damen ein und was mache ich mit unserem Herrn Breu? Aber auch hierauf war die Antwort ganz einfach: Die Damen ab zum „Schüblad’l“, in das Vereinslokal der Tennisabteilung, und der Herr Breu muss bzw. darf als „Hahn im Korb“ zum Essen mit.
Liebe Frau Rupprecht, ich darf Ihnen diesen Essensgutschein für Ihre gesamte Mannschaft überreichen, verbunden mit der Bitte, Herrn Breu für einen Abend als Trainer und damit als Bestandteil des Teams zu verpflichten. Ich wünsche Ihnen allen bereits jetzt einen guten Appetit und ein paar angenehme Stunden in geselliger Runde.
Abschließend darf ich nun das Glas zum Wohle all unserer Sportlerinnen und Sportler erheben. Auf eine weiterhin erfolgreiche Zukunft! |
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